Aktuell

Aktuell : Der Heimatkreis trauert um seinen Vorsitzenden

Nachruf von Eberhard Heiser

Nun heißt es Abschiednehmen von einem, aus meiner und anderer Sicht aufrechten Kameraden und Freund für das ganze Leben. Einem unbestechlichen, allen krummen Dingen gegenüber zu tiefst abgeneigten Menschen, der zu seinen Idealen, aber auch vor allem zu seinen politischen Ansichten konsequent  stand. Auch wenn er damit zuweilen auf Widerstand stieß und sicher nicht immer im Recht war. Leidenschaftlich und aus seiner Überzeugung heraus war sein Engagement in verschiedenen, ehrenamtlichen Tätigkeiten.  Sei es im Bereich sudetendeutscher Anliegen, vor allem, was seine Geburtsstadt Saaz in Nordböhmen – die übrigens auch die meinige ist – oder in der regionalen politischen Szenerie. Aber auch im hiesigen Gesangverein erklang seine Stimme.

So stand er auch zu seinem protestantischen Glauben. Seine selbstlose Hilfsbereitschaft, die ich auch persönlich in großzügiger Weise erfahren durfte, war sprichwörtlich. Hatte ich doch das Glück, ihm dieses noch zu seinem groß gefeierten achtzigsten Geburtstag in einer Art Laudatio zu sagen.

Ich erinnere an die vielen Jahrzehnte unseres Zusammenseins bei unzähligen Gelegenheit, sowohl in der Sudetendeutschen Jugend, als auch in der sudetendeutschen Ortsgruppe „Junge Generation“, die wir vor über fünfzig Jahren gegründet hatten und die, trotz der heute paradox anmutenden Bezeichnung, noch heute aktiv ist. Unser Dolf, wie wir ihn liebevoll nannten, verwickelte mit seinen aktuellen,  politischen Abrissen, am Anfang jeder monatlichen Veranstaltung unsere Gruppe in oftmals heftige Diskussionen. Doch gingen wir immer in Freundschaft auseinander. Ich weiß auch, dass er auf seine beiden Söhne sehr stolz war, die es im Leben weit gebracht haben. In seiner Helga, mit der er 60 Jahre ehelich verbunden war, hat er, wie mir scheint, die Partnerin fürs Leben gefunden. Und Helga auch in ihm.

Und Niemand kann uns diese gemeinsamen, fast ein ganzes Leben andauernden Erlebnisse nehmen, was uns mit Dankbarkeit erfüllt. Unser Dolf war eines unserer „Aufrechten Fähnlein“, wie mein Vater einen redlichen und idealistisch veranlagten Menschen zu bezeichnen pflegte.

Mein lieber Dolf, du wirst, so lange wir selbst noch zu leben haben, in unserem Gedächtnis, ja in unserem Herzen einen Platz haben.

Unser Lieber Gott schenke Dir die ewige Ruhe.