Die zwanziger Jahre in Saaz

Die zwanziger Jahre sind aber auch gekennzeichnet vom Streben nach einer Zusammenarbeit, wir benutzen dafür den Begriff Aktivismus.

Ausrufung der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918

Diese aktivistische Politik in den zwanziger Jahren  war kennzeichnet die Bemühungen die Sudetendeutschen in die erste Republik einzubinden, heute würde man sagen zu integrieren. Zu den aktivistischen Parteien gehörten unter anderem die deutsche Agrarpartei, die deutschen Sozialdemokraten und die deutsche Christlich-Soziale Partei.

Lebten im Jahre 1900 nur 430 Tschechen in der Stadt, so waren es jetzt wieder weit über dreitausend. Die nationale Agitation war in der Tschechoslowakei auf deutscher wie auf tschechischer Seite allgegenwärtig. Seit 1926 beteiligten sich aber auch deutsche Politiker an den tschechoslowakischen Regierungen. Die nationalen Gegensätze schienen sich vordergründig etwas zu entspannen.

Die alte Unterstadt von Saaz in den 20er Jahren

In der Tat gab es trotz der nationalen Spannungen sowohl in der Habsburgermonarchie als auch in der Tschechoslowakei vielfältige Kontakte, Zusammenarbeit, Freundschaften und Ehen zwischen Deutschen und Tschechen. Dies ist angesichts der Eskalation des nationalen Konfliktes heute weitgehend in Vergessenheit geraten.

In der Zwischenkriegszeit war die Tschechoslowakei eines der fortschrittlichsten Länder Europas. Sie gehörte zu den stärksten Industriestaaten des Kontinents, wobei die Schwerindustrie eher im Landesinnern angesiedelt war, während in der überwiegend von Deutschen bewohnten Grenzregion Leichtindustrie vorherrschte.

Der Hopfenhandel war zu dieser Zeit die treibenden Wirtschaftskraft in Saaz, aber auch viele andere Unternehmen beteiligten sich auf den Aufschwung nach den Krieg.

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